Alternative Lösungswege aus der Euro-Krise

Podiumsdiskussion
08.05.2014, Frankfurt/Main

Seit der Äußerung von EZB-Chef Mario Draghi „Wir werden den Euro retten, was auch immer nötig ist“ vor gut eineinhalb Jahren hat sich die Euro-Krise anscheinend entspannt.

Aber ist dem wirklich so oder ist die Ruhe trügerisch?

Die Krise und die damit verbundenen Maßnahmen haben bei vielen Bürgern und Bürgerinnen das Misstrauen gegenüber Banken, gegenüber den Institutionen der Europäischen Union und die Skepsis gegenüber der gemeinsamen Währung anwachsen lassen. Viele – nicht nur in den Krisenländern – kritisieren, dass die Politik der Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB diese Länder weiter in die Rezession getrieben habe mit Folgen wie dem Anstieg der (Jugend-)Erwerbslosigkeit und sozialen Verwerfungen. Angesichts sinkender Preise, eines Rückgangs des Kreditvolumens an Unternehmen und zu geringer Investitionen wird aktuell über die Gefahr einer Deflation im Euro-Raum debattiert.

Maßgebliche BeobachterInnen der Krisenentwicklung konstatieren drei Krisen, die anscheinend nur ein ausreichend hohes Wirtschaftswachstum zu lindern vermag: (1) Die Staatsschuldenkrise, die auch die Banken in Schwierigkeit bringt (bspw. Griechenland, Portugal und Italien), (2) die Bankenkrise, die eine Staatschuldenkrise auslöst (bspw. Irland, Spanien) und (3) eine latente Bankenkrise aufgrund der schwellenden Staatsschulden- und Bankenkrise (bspw. Frankreich, Deutschland). Zentral dabei ist die Verflechtung von Bankenkrise und Staatsschuldenkrise und die Notwendigkeit, durch Wirtschaftswachstum den Schuldendienst zu bedienen.
Wo stehen wir also aktuell, was die Euro-Krise und ihre Überwindung angeht? Was können wir aus den Krisen lernen und wie können Fehler korrigiert werden? Wie ist die Europäische Bankenunion dabei einzuordnen? Und was wären tragfähige Lösungswege, um die gemeinsame Währung zu erhalten und das europäische Friedensprojekt langfristig zu stärken?

mit:

Sven Giegold Mitglied des europäischen Parlaments und Koordinator des Ausschusses für Wirtschaft und Währung im EP, Brüssel

Ulrike Herrmann Autorin, Publizistin und Journalistin, u.a. taz, Berlin

Thomas Mayer 2010-2012 Chefvolkswirt, inzwischen Berater der Deutschen Bank und Senior Fellow am Center for Financial Studies der Goethe-Universität Frankfurt/Main

Richard A. Werner Professor für International Banking/Center for Banking, Finance and sustainable Development, Universität Southampton, Mitglied im EZB-Schattenrat

Moderation:

Josué Quintana Diaz Volkswirt und Koordinator des Finanzexpertennetzwerks Frankfurt/Main

Alternative Lösungswege aus der Euro-KrisePodiumsdiskussion

Donnerstag, 08. Mai 2014, 20:00 UhrHaus am Dom, Domplatz 3, Frankfurt/MainKalendereintrag (.ICS-Datei) speichern

Die Veranstaltung ist Teil einer längerfristigen Reihe zu Themen der Finanzmarkt- und der Euro-Krise.