Apokalyptische Bilder prägen soziale Medien, Popkultur und politische Debatten. In den Feeds zirkulieren KI-generierte Endzeitlandschaften und Memes, die den Klimakollaps oder den gesellschaftlichen Zerfall inszenieren. Auch die politische Rhetorik greift zunehmend auf Untergangsbilder zurück, wenn beispielsweise vom beginnenden “Zerfall des Westens” die Rede ist.
Die Angst vor dem Zusammenbruch ist allgegenwärtig und zugleich übt die Vorstellung eines radikalen Endes eine seltsame Faszination aus: es verspricht Reinigung, Neubeginn, Sinn. Vielerorts wird versucht, sich diesem Phänomen mit Begriffen wie apokalyptischer Populismus oder Zerstörungslust zu nähern. Die Leipziger Autoritarismus-Studien 2024 beschreiben es als eine „Schutzsuche beim Schrecklichen“: Krisen werden nicht nur gefürchtet, sondern gerade ihrer Intensität wegen herbeigesehnt.
Unsere Referent:innen nähern sich dieser Thematik aus historischer, gesellschaftstheoretischer und psychoanalytischer Perspektive. Gemeinsam wollen wir diskutieren: Warum üben apokalyptische Bilder und Deutungen diese Anziehungskraft aus? Wie verbinden sich dabei Angst, Unsicherheit und ein Verlangen nach Stärke? Welche Brücken-Ideologien ermöglichen es, unterschiedliche politische Milieus zu vereinen? Handelt es sich um eine historische Neuheit , oder schon Bekanntes in verwandelter Form?
Diskussion mit:
Tom D. Uhlig Sozialpsychologe und Erziehungswissenschaftler
Jennifer Stevens Soziologin und Philosophin
Moderation:Käte Hamburger Centre for Apocalyptic and Post-Apocalyptic Studies angefragt
























