Anhaltende Kriege in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten unterminieren die internationale Ordnung, Friedensschlüsse sind nicht in Sicht. Russland verschiebt Grenzen mit militärischer Gewalt und droht Westeuropa offen mit Atomwaffen. Zugleich verschärfen Wettbewerb und Rivalität mit China den Druck auf unseren Wohlstand, und Donald Trumps disruptive Außenpolitik legt die Verwundbarkeit Europas offen: Sie stellt die einst von den USA maßgeblich geschaffene Ordnung der Vereinten Nationen in Frage, belastet die NATO und schädigt die Weltwirtschaft.
Europa steht unter gewaltigem Druck und sucht nach Wegen der Selbstbehauptung. Schon mehren sich auch hierzulande Stimmen, die einem neuen „Realismus“ das Wort reden: militärische Macht habe Vorrang vor Völkerrecht und Diplomatie, das sei nun einmal der Lauf der Geschichte. Die Notwendigkeit für die EU, gegen das revisionistische Russland, aber auch gegen Trumps Besitzanspruch auf Grönland eine eigene Abschreckung zu entwickeln, habe jetzt unbedingte Priorität vor allen völkerrechtlichen Bedenken. Kriege seien nicht die Stunde erfolgreicher Diplomatie.
Ist das so eindeutig? Was lehren die Erfahrungen deutscher Außenpolitik über die Möglichkeiten der Diplomatie, wenn die Waffen sprechen – und mit welchen Mitteln lässt sich die Logik kriegerischer Gewalt überwinden, ohne Recht und Freiheit preiszugeben?
Rolf Nikel kennt diesen schmalen Grat aus jahrzehntelanger diplomatischer Praxis. In Frankfurt legt er dar, warum diplomatische Bemühungen sowie wirtschaftliche und militärische Stärke zusammenkommen müssen, um erfolgreich zu sein.
Eintritt frei. Anmeldung erbeten unter dem untenstehenden Formular.
Buchvorstellung und Diskussion mit:
Rolf Nikel Botschafter a.D.; Im Auswärtigen Amt und im Bundeskanzleramt gestaltete er über Jahrzehnte zentrale Bereiche der deutschen Russland- und Sicherheitspolitik mit, von 2014 bis 2020 als deutscher Botschafter in Warschau; seit 2020 ist er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)
Peter Frey Journalist und Fernsehmoderator, 2010 bis 2022 Chefredakteur des ZDF
Caroline Fehl Senior Researcher im Programmbereich Internationale Sicherheit am Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)
Moderation:Bruno Schoch Assoziierter Konfliktforscher am PRIF









