Sündenböcke und Verschwörungstheorien:
Spaltet Corona die Gesellschaft?

Sündenböcke und Verschwörungstheorien: Spaltet Corona die Gesellschaft?Dokumentation vom 28.07.2020

Sündenböcke und Verschwörungstheorien

Die Wucht, mit der die Corona-Krise andere Themen beeinflusste und verdrängte, ist enorm. Das Virus verbreitete sich schnell über den gesamten Globus und Versuche der Eindämmung führten weltweit zu massiven Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten. Social Distancing ist auch der neue Modus des Zusammenlebens in Deutschland, während sich eine deutliche Rezession abzeichnet. Das sind erhebliche Stressfaktoren für den innergesellschaftlichen Frieden. Das zeigt sich auch in den Reaktionen auf die von der Regierung eingeführten Einschränkungen des öffentlichen Lebens: wo zunächst weitgehend Konsens über ihre Notwendigkeit bestand, wuchs nach und nach die Kritik. Die zunehmende Unsicherheit gegenüber den alltäglichen Restriktionen bildete den Nährboden für eine Welle von Verschwörungstheorien. Gleichzeitig versteht es die radikale Rechte, die Proteste gegen die „Corona-Diktatur“ für ihre Zwecke zu nutzen. Was können wir tun, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Krise zu stärken?

Zur Reihe Krisengespräche: Corona, die multiple Krise

Die Corona-Pandemie ist mehr als EINE Krise. Sie fächert sich vielmehr auf in eine ganze Reihe voneinander abhängiger Krisen. Sie ist eine Krise der Gesundheitssysteme, der Wirtschafts- und Sozialsysteme, und teilweise auch eine Krise internationaler Kooperation. Darüber hinaus droht sie weitere Krisen anzufeuern, weil sie Kapazitäten und Aufmerksamkeit auf sich konzentriert, die in anderen Politikfeldern fehlen.

Die Risiken und Chancen der Pandemie betreffen also weitaus mehr als „nur“ die öffentliche Gesundheit. Politische und rechtliche Institutionen müssen dabei nicht nur dem Ausnahmezustand, sondern jetzt auch dem „New Normal“ entsprechen und dabei den Schutz der Grundrechte wahren.