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Einmischung heute

Haltung und Orientierung in unsicheren Zeiten
Reihe: Zum hundertsten Geburtstag von Heinrich Böll03.11.2017, Frankfurt/Main

Einmischung heute

In den gegenwärtigen Krisen- und Umbruchzeiten brauchen wir sie besonders dringend: Stimmen, die die aktuellen Ereignisse interpretieren und in einen größeren Zusammenhang einordnen, kritisch Engagierte, die Wissen und Sachkenntnis mit Orientierungsmaßstäben verbinden und die mit Leidenschaft gesellschaftlich intervenieren, öffentlich Agierende, die einen Spürsinn für Relevanz haben und die Kraft, einen Fokus zu bilden.

In Deutschland prägte vor allem die Figur des Schriftstellers als politisch-moralische Instanz lange Zeit das Bild des öffentlichen Intellektuellen. Heinrich Böll war dafür ein Beispiel, ein Moralist, der die Zumutung „Gewissen der Nation“ zu sein, immer zurückgewiesen hat. Mit dem Brüchig werden der Idee von einem universellen Subjekt, mit dem Ende der großen Utopien und mit dem Strukturwandel der Öffentlichkeit hat sich die Figur und die Rolle von öffentlichen Intellektuellen verändert.

Heinrich Böll hat als Schriftsteller und Intellektueller vielfach öffentlich interveniert. Wie kann eine öffentliche Intervention heute, unter den Bedingungen von wissenschaftlicher Spezialisierung, von zunehmender Komplexität und Unübersichtlichkeit und von fragmentierten Öffentlichkeiten aussehen?

Die Veranstaltung ist öffentlich, aber mit Anmeldung (bis spätestens 31.10.).

Zum hundertsten Geburtstag von Heinrich Böll

Heinrich Böll wäre am 21. Dezember 2017 hundert Jahre alt geworden. Er war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Jahre 1972 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Seine Werke sind wichtige Zeugnisse des gesellschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland über fast ein halbes Jahrhundert. Bölls großes internationales Ansehen rührte nicht zuletzt von seinem unbestechlichen Engagement für Freiheit und Menschenrechte. Er setzte sich für Dissidenten in Osteuropa genauso ein wie für Flüchtlinge aus Vietnam.

Er war ein Humanist und ein kreativer, streitbarer Geist. Er legte sich mit der politischen Rechten wie der Linken an, mit der katholischen Kirche ebenso wie mit den Medien. Seit seinem Tod im Jahre 1985 hat es in Deutschland keinen vergleichbaren öffentlichen Intellektuellen mehr gegeben. Wir wollen in den kommenden Wochen sowohl an das Engagement und Werk des Künstlers und Intellektuellen Heinrich Böll erinnern, als auch danach fragen, wie heute – unter veränderten Bedingungen – kritisches Engagement und öffentliche Einmischung möglich ist.

Das gesamte Programm zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll

Podiumsdiskussion mit:

Vortrag:

Ellen Ueberschär Vorstand der Heinrich Böll Stiftung

Podium:

Jutta Ebeling ehemalige Bürgermeisterin, Frankfurt/Main

Martin Saar Professor für Sozialphilosophie, Goethe-Universität Frankfurt

Feridun Zaimoglu Schriftsteller und Maler, Kiel

Moderator:

Carlos Becker Goethe-Universität Frankfurt/Main, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen

Einmischung heute
Haltung und Orientierung in unsicheren Zeiten
Podiumsdiskussion
Freitag, 03. November 2017, 19:00 Uhr
Römer 9, Frankfurt/Main

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