Die Istanbul-Konvention definiert „Gewalt gegen Frauen*“ als eine Form der Menschenrechtsverletzung und der Diskriminierung. Ihre Umsetzung ist eine verbindliche Aufgabe für alle staatlichen Ebenen – Bund, Länder und Kommunen.
Aktuelle Zahlen zeigen, dass Gewalt gegen Frauen in Deutschland weiterhin zunimmt. Auch in Hessen bestätigen Daten aus dem Bundeslagebild sowie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik einen besorgniserregenden Trend steigender Fallzahlen, insbesondere im Bereich häuslicher Gewalt und sexualisierter Gewalt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Zahlen nur das Hellfeld abbilden – das tatsächliche Ausmaß liegt deutlich höher.
Besonders betroffen sind Frauen* und Mädchen, insbesondere Frauen* mit Behinderung, migrantisierte und geflüchtete Frauen* sowie queere Personen. Ihre Perspektiven und Bedarfe werden jedoch häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Trotz bestehender Unterstützungsangebote besteht auch in Hessen weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf den Zugang zu Schutz und Beratung für besonders vulnerable Gruppen.
Das neue Gewalthilfegesetz stellt einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der Istanbul-Konvention dar, deckt jedoch bislang nicht alle Bedarfe und betroffenen Personengruppen ab. Für eine konsequente Umsetzung in Hessen sind daher weitere strukturelle und politische Maßnahmen notwendig.
In einer Zeit, in der gesellschaftliche Polarisierung und das Erstarken rechter Kräfte auch in Hessen mit einer zunehmenden Abwertung und Ausgrenzung marginalisierter Gruppen einhergehen, wollen wir Räume schaffen, in denen solidarische Perspektiven gestärkt, Ressourcen gebündelt und nachhaltige Vernetzung ermöglicht werden.
Dazu laden wir Euch herzlich ein zur Feministischen Werkstatt zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Hessen unter dem Titel: „Gewaltschutz geht uns alle an!“
Euch erwartet – wie in jeder guten Werkstatt:
- Geteiltes Wissen: Wir setzen auf einen konstruktiven, solidarischen Austausch auf Augenhöhe zwischen Expertinnen, Aktivistinnen und allen Teilnehmenden. Fachinputs geben Einblicke in das Hilfesystem in Hessen sowie in aktuelle Herausforderungen und Lücken aus intersektionaler Perspektive.
- Gemeinsame Werkzeuge: In Kleingruppen wollen wir gemeinsam Perspektiven entwickeln, Erfahrungen austauschen und konkrete Ideen für bessere Schutzstrukturen und politische Forderungen erarbeiten.
- Raum für Austausch und Pausen: Wir wissen, dass wichtige Gespräche oft zwischen den Programmpunkten stattfinden. Deshalb sind Pausen ausdrücklich Teil der Werkstatt – für Austausch, Vernetzung und informelle Gespräche bei Getränken und Snacks.
In der Feministischen Werkstatt kommen unterschiedliche Generationen, Perspektiven und Erfahrungen zusammen. Eingeladen sind Feminist*innen, solche, die es werden wollen, sowie alle Interessierten.
All genders are welcome!
Wir freuen uns sehr, wenn Ihr dabei seid, wenn Ihr Kolleg*innen, Partner*innen, friends & family mitbringt, und in Euren Netzwerken zur Teilnahme einladet, denn: Gewaltschutz geht uns alle an!
ProgrammFeministische Werkstatt 03.11.2026
Teilnahmegebühr
€ 10,- / ermäßigt € 5,-
Im TN-Beitrag ist Verpflegung und Kaffeepause enthalten.
Die Informationen zur Zahlung des Beitrags erhaltet ihr nach der Anmeldung (Formular unten) per E-Mail.
CGC – Cornelia Goethe Centrum, gFFZ – Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen, LandesFrauenRat Hessen, Büro F, FIM Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. Frankfurt, Frauenreferat Frankfurt, Frauennotruf Frankfurt, ProFamilia Hessen, Heinrich-Böll-Stiftung Hessen
