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Globale Mittelhessen 2017

Dokumentarfilmfestival
20.01.2017 ?" 02.02.2017, Mittelhessen

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Erde verändern.“ Dieses afrikanische Sprichwort eignet sich gut als Motto für das Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen 2017, das ab 20. Januar rund zwei Wochen lang zum Sehen, Diskutieren und Aktivwerden einlädt.

Das Motto trifft auf die Protagonist*innen in den Filmen des diesjährigen Programms zu. Da sind zum Beispiel Frauen in Nepal und Kambodscha, die trotz Kinderarbeit und Sklaverei um ihre Würde kämpfen, genauso wie die porträtierten Frauen in Ruanda, die ihre Stimmen gegen das Verschweigen des Genozids erheben. Es trifft auf die Männer und Frauen zu, auf die wir in den Filmen über Vertreibung und Flucht treffen. Wir erleben sie als Individuen mit all ihren Hoffnungen, Ängsten, Träumen und täglichen Kämpfen. Selbst im widerständigen Ausharren in der Todeszone rund um Fukushima lässt sich das entdecken.

Die Globale Mittelhessen unternimmt den Versuch, den eurozentristischen Blick auf die Probleme dieser Welt hin zu einem globalen Blick zu weiten. Lokale Umweltzerstörung, Ressourcenplünderung und Menschenrechtsverletzungen werden in den Filmen immer auch als Auswirkungen der weltweiten Unterwerfung aller Lebensbereiche unter das Prinzip der ökonomischen Verwertbarkeit begriffen. Die Ökonomisierung der Wissenschaft hat viele unterschiedliche Facetten, die langfristig eine Transformation der Wissenschaftskultur(en) zur Folge haben.

Die Filme laden aber auch dazu ein, die Rolle der Zuschauer*innen zu reflektieren. Ein Protagonist im Film „Jakarta Disorder“ sagt zu Anfang: „Nur ein Film also. Wenn sie wirklich helfen wollen, spenden Sie lieber 50 Kilo Reis … statt arme Leute (zu) filmen, was Sie dann in Europa rumzeigen“. Im Eröffnungsfilm „Les Sauteurs“ wird der Protagonist selbst zum Regisseur und filmt das Leben derjenigen, die versuchen, die Grenzzäune nach Europa zu überwinden. Über das Interesse an widerständigen Menschen und sozialen Bewegungen und der Suche nach alternativen Lösungsansätzen hinaus, ist das Nachdenken über Widerstand und Handeln gegen Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen im eigenen Umfeld zentraler Bestandteil der Globale und der Filmgespräche im Anschluss an die Vorführungen.

Eintritt:
Auf allen Veranstaltungen wird, sofern nicht anders gekennzeichnet, ein Kostenbeitrag von 5 Euro (ermäßigt nach Selbsteinschätzung: 3,50 Euro) erhoben. Eine Fünferkarte ist für 15 Euro erhältlich. Karten gibt es nur an der Abendkasse.

DAS GESAMTE PROGRAMM

DIE FILME

DIE SPIELORTE

Globale Mittelhessen 2017
Dokumentarfilmfestival
Dokumentarfilmfestival mit Gesprächen und Diskussionen
Freitag, 20. Januar 2017, 19:30 Uhr
Gießen, Heuchelheim, Marburg, Wetzlar, Saasen, Weilburg, Bad Nauheim, Gladenbach, Nieder-Wetter, Herborn
Kooperationspartner
Veranstalter: Motivés e.V. sowie zahlreiche Weltläden, Initiativen und Bildungszentren in Mittelhessen in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen