Putting the ‘liberation’ of women in Afghanistan into perspective: a view from human rights defenders

Reihe: Böll International11.11.2021, ZOOM

English version below

Die Evakuierung von Menschen aus Afghanistan nach Deutschland und in andere Länder ist seit einigen Wochen abgeschlossen und noch immer sind viele Menschen, insbesondere Frauen, Mädchen und Menschenrechtsverteidiger*innen, tagtäglich gefährlichen und lebensbedrohlichen Situationen durch die Taliban ausgesetzt. Menschenrechtsorganisationen fordern die Regierungen auf, gefährdete Menschen, insbesondere Frauen und Menschenrechtsverteidiger*innen, weiterhin zu evakuieren und zu unterstützen. Frauen sind dabei nicht nur einem erhöhten Risiko sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt, sondern in ihrer Existenz bedroht. Der deutsche Außenminister Heiko Maas kündigte auf der Ministertagung der UN-Generalversammlung an: „Wir werden afghanische Frauen und Mädchen weiterhin unterstützen und stärken. Deshalb stocken wir unsere humanitäre Hilfe für Afghanistan deutlich auf und legen den Fokus auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen.“ So sehr Frauen und Mädchen des Schutzes bedürfen, so entscheidend und unverzichtbar ist ihre Handlungsfähigkeit und Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen. Der Schutz von Frauen in Konflikten und ihre Bedeutung für die Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen im Bereich der Sicherheit ist in der Resolution 1325 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen geregelt, wurde aber in den letzten Jahren kaum befolgt.

Zwar wurde immer wieder viel über die Rechte der Frauen in Afghanistan gesprochen, aber die Stimmen von Frauen und marginalisierten Gruppen wurden nur sporadisch in den Medien und im politischen Diskurs wiedergegeben. Sowohl die internationale Gemeinschaft als auch die wichtigsten lokalen Akteure haben sie nur begrenzt in politische Entscheidungsprozesse einbezogen. Dies steht in direktem Widerspruch zur angeblichen Rechtfertigung westlicher Interventionen im Namen der Frauenrechte in Afghanistan.

In diesem Workshop geht es um die aktuelle und historische Lage von Frauenrechten in Afghanistan, sowie die Evaluation des deutschen Evakuierungsprozesses anhand der Leitfragen: Wie sehen Menschenrechtsaktivistinnen die historische und aktuelle Situation von Frauenrechten in Afghanistan und wie schätzen sie das Narrativ erfolgreicher Militäreinsätze und ihre Errungenschaften für Frauenrechte ein? Wie ist der Evakuierungsprozess der deutschen Bundesregierung aus Sicht des kürzlich verabschiedeten Nationalen Aktionsplan für Frauen, Frieden und Sicherheit, sowie ihre aktuellen Bemühungen zur Unterstützung der Menschen in Afghanistan zu bewerten?


The evacuation process of people from Afghanistan to Germany and other countries has ended a few weeks ago and still, many people especially women, girls and women’s human rights defenders face dangerous life-threatening realities on a daily basis by the Taliban. Human rights organizations call on governments to still evacuate and assist endangered people, especially women, who face an increased risk of not only sexualized and gender-based violence but a significant threat to their livelihoods. Germany’s Minister of Foreign Affairs Heiko Maas announced on the ministerial meeting of the General Assembly of the UN: „We will continue to support and empower Afghan women and girls. For this reason, we are significantly increasing our humanitarian aid to Afghanistan with the focus of the special needs of women.” As much as women and girls need protection, their agency and participation in political decision-making processes is crucial and indispensable. The protection of women in conflict and their relevance of participating in political decision-making processes regarding security is regulated in the United Nations Security Council Resolution 1325 but was barely adhered to fully within the last years.

However, while much was said about women’s rights in Afghanistan, the voices of women and marginalized groups have only sporadically been transmitted in the media and political discourse with limited substantial inclusion in political decision-making processes by the international community as well as by local key stakeholders. This stands in direct contradiction of the alleged justification of Western interventions in the name of women’s rights in Afghanistan.

This workshop concentrates on voices of women from Afghanistan and human rights activists, amplifies the historical and current situation of women in Afghanistan aiming at critiquing and countering the narrative that currently centers around military accomplishments and achievements by Western powers with regard to women’s rights. Furthermore, the workshop will highlight the actions of the German government regarding the evacuation process and its commitment to its newly adopted National Action Plan on Women, Peace and Security in 2021 as well as its current efforts of assisting the people in Afghanistan.

Registration until 10th November: scheyer@hsfk.de
Anmeldung bis 10.11. bei: scheyer@hsfk.de

Online Workshop (in englischer Sprache) mit:

Input:

Fereschta Sahrai University for Peace

Samira Hamidi Amnesty International

Ronja von Wurm-Seibel Journalistin und Filmemacherin

Jeanette Böhme Medica Mondiale

Moderation:

Victoria Scheyer Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Frankfurt/M.

Putting the ‘liberation’ of women in Afghanistan into perspective: a view from human rights defenders
Online Workshop (in englischer Sprache)
Donnerstag, 11. November 2021, 14:00 Uhr
ZOOM
Kooperationspartner
HSFK, Frankfurt/M.

Videos aus der Reihe Böll International

Weitere Veranstaltungen aus der Reihe Böll International