Innovation und Legitimation in der aktuellen Migrationspolitik

Ein interdisziplinärer Dialog zwischen Politikwissenschaft, politischer Praxis und Sozialer Arbeit
Reihe: Flucht und Migration im Brennpunkt05.10.2017 – 06.10.2017, Darmstadt

Die Migrationspolitik, insbesondere die Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungspolitik der Europäischen Union, stehen seit den starken Fluchtbewegungen nach Europa unter wachsendem Handlungsdruck. Im Zusammenhang mit der Aussetzung der Dublin-Verordnung im Sommer 2015 und der Grenzöffnung für Geflüchtete durch die Bundesregierung hat sich dieser Handlungsdruck für Deutschland auch innenpolitisch verstärkt.

In der Europäischen Union ist Deutschland das Land mit der höchsten Zahl gestellter Asylanträge. Dabei stellt sich auch die Frage nach der Akzeptanz und letztendlich der Legitimation von Innovationen durch Bürgerinnen und Bürger. Im Kontext der Interdependenz von Finanzmarktkrise, BREXIT und der Flüchtlingspolitik in der Europäischen Union können sich Legitimationsprobleme auf nationaler und europäischer Ebene verschärfen. Dies kann schließlich das Erstarken rechtspopulistischer sozi-aler Bewegungen und Parteien forcieren. Der Migrationspolitik kommt daher eine besondere Rolle zu für die Eindämmung der demokratischen Repräsentationskrise in Europa, die dem Erfolg des Rechtspopulismus zugrunde liegt.

Erstmalig werden Politikwissenschaft, politische Praxis und Soziale Arbeit zusammengebracht, um gemeinsam das Spannungsverhältnis von innovativen politischen Lösungen einerseits und Legitimationsproblemen einer Demokratie unter Stress anderseits in den Blick zu nehmen.

Zu Beginn der Tagung sollen die Innovationspotenziale und Legitimationsprobleme in der Migrations- und Flüchtlingspolitik exemplarisch an einer sehr zentralen Fragestellung, nämlich der nach Einführung eines Punktesystems zur Regelung von Zuwanderung in liberalen Demokratien für Deutschland im internatio-nalen Vergleich mit dem klassischen Einwanderungsland Kanada und anderen Einwanderungsländern diskutiert werden.

Danach werden systematisch Innovations- und Legitimationsproblemenauf den verschiedenen Ebenen des europäischen Mehrebenensystems analysiert. Dabei werden die europäische und die nationale Poli-tikebene ebenso einbezogen wie die Ebene der Bundesländer und der Kommunen. Auch der Zusammenhang von Demokratie und Migration mit Blick auf die Selbstorganisation von Migranten und Migrantinnen sowie Geflüchteter soll dabei berücksichtigt werden. Die europäische und die nationale Politikebene werden dabei ebenso einbezogen wie die Ebene der Bundesländer und der Kommunen.

Eine dialogische Abschlusspodiumsdiskussion zwischen Politikwissenschaft und Sozialer Arbeit dient der Systematisierung und Ergebnissicherung für die übergreifende Fragestellung nach Innovation und Legitimationsproblemen in der aktuellen Migrationspolitik.



Den aktuellen Stand des Programms der 2-tägigen Tagung finden Sie hier.
Innovation und Legitimation in der aktuellen Migrationspolitik
Ein interdisziplinärer Dialog zwischen Politikwissenschaft, politischer Praxis und Sozialer Arbeit
Fachtagung
Donnerstag, 05. Oktober 2017, 10:00 Uhr
Schader-Forum, Goethestraße 2, Darmstadt
Kooperationspartner
Veranstalter: Schader-Stiftung, Fachhochschule Kiel, Evangelische Hochschule Freiburg, Heinrich-Böll-Stiftung Hessen in Kooperation mit dem Arbeitskreis Migrationspolitik der DVPW und der Fachgruppe Politik und soziale Arbeit der DGSA

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