Vorstellung der Studie und Gespräch
Die Menschen im Land haben klare Erwartungen an Politiker*innen: Sie sollen kommunikativ, ehrlich, kompromissfähig und empathisch sein und dazu fachlich kompetent und erfahren. Was sie über Politiker*innen denken, basiert maßgeblich auf der Berichterstattung in den Leitmedien. Politikstile beschreiben das „Wie“ des politischen Handelns: Auftreten, Rhetorik, Mediennutzung, Kleidung, Rollenbilder. Diese symbolische und emotionale Dimension ist zentral für politische Kommunikation – und nicht zu verwechseln mit bloßer Symbolpolitik.
Die Studie untersucht anhand von 613 Beiträgen in Zeitungen und Magazinen, wie Journalist*innen persönliche Politikstile deuten – in Kommentaren, Porträts und kleinen Geschichten über Spitzenpolitiker*innen von Friedrich Merz über Boris Pistorius bis zu Annalena Baerbock und Heidi Reichinnek. Das Ergebnis ist deutlich: Sachkompetenz und Erfahrung bleiben in der Betrachtung weitgehend unberücksichtigt. Symbolik und Emotion dominieren die Berichterstattung.
In Zeiten gesunkener Vertrauenswerte in demokratische Politik tragen die Medien eine besondere Verantwortung, Sachkompetenz und Erfahrung stärker zu berücksichtigen. Zugleich ist es die Aufgabe von Politik und politischer Bildung, die Wirkung von Emotionen und Symbolen ernst zu nehmen.
Gespräch mit:
Aryan Shooshtari Doktorand im Forschungsprogramm „Digitale Demokratische Innovationen“ am Center for Advanced Internet Studies (CAIS) und befasst sich schwerpunktmäßig mit Modernisierungsmöglichkeiten bei der Wahlorganisation in der Bundesrepublik
Ole Meinefeld Leiter der Grünen Akademie, ein Think Tank der Heinrich-Böll-Stiftung
Moderation:Birgit Simon Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen
