„Verhaftung in Granada oder treibt die Türkei in die Diktatur?“

Lesung mit Doğan Akhanlı
07.03.2018, Frankfurt/Main

Doğan Akhanlıs neues Buch „Verhaftung in Granada“ handelt von der Geschichte seiner Verfolgung, die bis in die 1970er-Jahre zurückreicht, über den Rechtsruck der Türkei unter Präsident Erdoğan und über Deutschland, wohin er 1991 floh. Er schildert Spanien und das Erbe der Diktatur. Und nicht zuletzt schreibt er über Schicksalsgenossen wie den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel, der von Anfang 2017 bis vor enigen Tagen in der Türkei inhaftiert war.

Doğan Akhanlı wurde 1957 in der Türkei geboren und lebt seit 1992 als Autor in Köln. Er hat zahlreiche Romane und ein Theaterstück verfasst. In seinem Roman »Die Richter des jüngsten Gerichts« (dt. 2007) thematisiert er den Völkermord an den Armeniern 1915. Weitere Werke: »Die Tage ohne Vater« (dt. 2016), »Der letzte Traum der Madonna« (türk. 2005), »Fasilistan« (türk. 2010), »Sag ihr, dass ich sie liebe« (türk. 2016).

Im Morgengrauen des 19. August 2017: Spanische Polizisten holen Doğan Akhanlı aus dem Bett seines Hotelzimmers in Granada. Er wird auf die Wache gebracht, und die Tür seiner Zelle schließt sich hinter ihm – wieder einmal: Wie in einem Zeittunnel durchlebt er erneut die Monate im Gefängnis von Istanbul, wo er ab August 2010 in Haft saß. Der absurde Vorwurf, er sei an einem Raubüberfall beteiligt gewesen, hatte vor Gericht keinen Bestand. Akhanli konnte nach Köln zurückkehren. Der Freispruch wurde allerdings wieder aufgehoben und Akhanlı seitdem mit einem über Interpol verbreiteten Haftbefehl gesucht. Er durfte Spanien nicht verlassen, bis über seine eventuelle Auslieferung an die Türkei entschieden wurde. Im Oktober konnte er nach Köln zurückkehren.

„Verhaftung in Granada oder treibt die Türkei in die Diktatur?“
Lesung mit Doğan Akhanlı
Mittwoch, 07. März 2018, 19:30 Uhr
Studierendenhaus, Mertonstraße 26, Frankfurt/Main
Kooperationspartner
Offenes Haus der Kulturen